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Zur Geschichte des Kirchenkreises Holzminden - Bodenwerder

1. Holzminden:

Mit Einführung der Reformation im Herzogtum Braunschweig wurden durch Herzog Julius (1528-1589) fünf Generalinspektionen (= größere Kirchenkreise) gebildet. Für die hiesige Generalinspektion, die die westlichen und südwestlichen Teile des Herzogtums umfassen sollte, wurde zunächst die Stadt Alfeld an der Leine als Sitz der Generalinspektion ausgewählt, obwohl dadurch drei Generalinspektionen – Bockenem, Gandersheim und Alfeld – recht nah beieinander lagen.
Von Holzminden wurde zunächst Abstand genommen, weil diese Stadt mit damals etwa 2000 Einwohnern als zu bescheiden und ärmlich erschien. Außerdem war sie eine offene Stadt ohne Mauern und Tore und einer so „abgängigen“ Kirche, dass diese wenige Jahre nach der Einführung der evangelischen Ordnung „eingeworfen“ werden musste.

Im Verlauf des 30jährigen Krieges ging die Stadt Alfeld dem Herzogtum verloren.
Nach Kriegsende organisierte Herzog August als neuer Regent des Fürstentums Braunschweig – Wolfenbüttel (1579-1666) den Wiederaufbau des tief gesunkenen Landes.
Er ordnete die kirchlichen Verhältnisse neu und richtete im Jahre 1648 die Generalinspektion Holzminden ein. Diese teilte sich auf in die Spezialinspektionen Halle und Holzminden.
Zu Halle gehörten damals die Orte Vorwohle, Wangenstedt, Eschershausen, Kirchbrak, Dielmissen, Halle, Heyen, Harderode, Bisperode, Bessingen, Hohlen, Stadtoldendorf, sowie das Kloster Kemnade. Das waren insgesamt 13 Pfarrbezirke.
Nicht ganz so sicher ist die Zusammensetzung der Holzmindener Spezialinspektion. Sie umfasste wohl acht Pfarrbezirke der Herrschaft Eberstein  (Bevern, Altendorf, Boffzen, Meinbrexen, Derental, Rühle, Golmbach und wahrscheinlich Merxhausen), sowie die Stadt Holzminden, drei weitere Pfarrbezirke im Amt Fürstenberg und noch die Orte Ottenstein, Hohe und Deensen.

Zum Generalsuperintendenten wurde von Herzog August der Pastor und Superintendent Christian Winichius ernannt. Seit 1634 amtierte dieser als Spezialsuperintendent in Holzminden in aller Treue mit gutem Erfolg trotz der schweren Zeit.
Da aber General- und Spezialsuperintendentur  nicht an einem Ort sein sollten, wurde in Bevern Pastor Johann Siegfried die Spezialsuperintendentur übertragen.

1653 wurde der Spezialinspektion von Halle nach Stadtoldendorf verlegt. So bestanden gegen Ende des 17.Jahrhunderts neben dem Pfarrbezirk der Stadt Holzminden und des Ortes Altendorf die beiden Spezialinspektionen Bevern mit elf und Stadtoldendorf mit 13 Pfarrbezirken. Zusätzlich gab es noch den Pfarrbezirk des Klosters Amelungsborn mit seinen Außendörfern.

Nach dem Tod des Generalsuperintendenten Winichius setzte Herzog August 1655 den Geistlichen Hermann Topp zum neuen Generalsuperintendenten ein und machte ihn zusätzlich zum Abt des Klosters Amelungsborn.
Die dann folgenden Generalsuperintendenten übernahmen jeweils auch den Dienst eines Abtes des ehemaligen Zisterzienserklosters Amelungsborn.

In der Folgezeit gab es immer wieder Wechsel in den Superintendentursitzen innerhalb der Generalinspektion. Mitte des 18.Jahrhunderts wurde die Spezialinspektion Stadtoldendorf in die Inspektionen Halle, Bevern und Stadtoldendorf aufgeteilt, so dass neben der „Stadtinspektion“ Holzminden nun insgesamt vier Inspektionen entstanden. 

Gegen Ende des 19. Jahrhunderts wurde die Generalsuperintendentur in Holzminden aufgelöst. Nach „Höchstem Reskripte“ wurde verfügt, dass ab 1886 die beiden Generalinspektionen in Gandersheim und Holzminden zwar selbständig nebeneinander bestehen, aber von ein und demselben Generalsuperintendenten geleiten werden sollten. Dienstsitz wurde Gandersheim.

Mit Beginn des 20. Jahrhunderts umfasste die Generalinspektion Holzminden die beiden Spezialinspektionen Holzminden-Bevern und Halle, erstere mit 15, letztere mit 13 Pfarrbezirken.

Die bedeutendste Veränderung dieser mehrere Jahrhunderte umfassenden Kirchengeschichte ergab sich mit den politischen Entwicklungen nach dem Ende des 1.Weltkrieges: 
Mit der Entthronung des Herzogs Ernst August (1913-1918) endete das landesherrliche Kirchenregiment. Braunschweig erklärte sich 1921 zum Freistaat.
1922 gab sich die Landessynode der Braunschweigischen Landeskirche eine eigene Verfassung.
Gleichzeitig wurden die inzwischen acht Generalsuperintendenturen aufgehoben. An ihre Stelle traten 15 Propsteien, darunter Holzminden mit zwölf Parochien.

Im Jahre 1941 wurde durch die sog. „Salzgitterverordnung“ der Kreis Goslar mit weiteren Teilen des Vorharzgebietes und des Kreises Hildesheim-Marienburg aus der Provinz Hannover ausgegliedert und dem Land Braunschweig überwiesen.
Im Gegenzug erhielt Hannover neben kleineren Gebietsteilen den Weserkreis Holzminden, der fünfhundert Jahre zu Braunschweig gehört hatte.
Der politischen Umgliederung folgte am 2. Oktober 1942 die kirchliche:
Die bisherigen braunschweigischen Kirchenkreise Holzminden und Eschershausen wurden dem Sprengel Göttingen-Grubenhagen in der Hannoverschen Landeskirche angegliedert. Holzminden blieb Sitz des Superintendenten.

2. Bodenwerder:

Im Vergleich zu Holzminden hat der Kirchenkreis Bodenwerder nur ein kurzes Zwischenspiel gegeben:
Am 1.4.1947 wurde der Kirchenkreis Bodenwerder gegründet. Er wurde aus dem ehemaligen braunschweigischen Kirchenkreis Eschershausen und dem hannoverschen Kirchenkreis Börry gebildet und dem Sprengel Hildesheim zugeordnet.
Gleichzeitig wurde die Superintendentur nach Bodenwerder verlegt. Erster Superintendent wurde Pastor Buttler.
Zunächst umfasste er auch die Kirchengemeinden Grohnde, Börry, Tündern und Hastenbeck, die  an den Kirchenkreis Hameln-Pyrmont abgegeben wurden, als die Grenzen des Kirchenkreises den Landkreisgrenzen der Kreise Hameln-Bad Pyrmont und Holzminden angepasst wurden.

Dies geschah in zwei Etappen: Tündern, Hastenbeck und Voremberg wurden Anfang der 70 iger Jahre in den Kirchenkreis Hameln-Pyrmont eingegliedert, Grohnde (mit Lüntorf) und Börry, Bessinghausen, Esperde, Frenke und Hajen auf eigenen Wunsch am 1. Januar 1999.

3. Holzminden-Bodenwerder:

1999 wurden die beiden Kirchenkreise Holzminden und Bodenwerder zusammengelegt.
Damit erhielt der Kirchenkreis seinen jetzigen Zuschnitt.
Dienstsitz wurde Holzminden.
Flächenmäßig entstand dadurch ein Kirchenkreis, der in etwa der alten Generalinspektion im Weserdistrikt vergleichbar ist.
Der Kirchenkreis umfasst aktuell ca. 46.000 Gemeindeglieder in 37 Kirchen- und 14 Kapellengemeinden.

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Kloster Amelungsborn
 
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